Giorgio Moroder (geb. am 26. April 1940 in St. Ulrich, Südtirol)

Giorgio Moroder
Nach dreißig Jahren hat Produzent, Komponist, Interpret, DJ, dreifacher Oscar- und vierfacher Grammy Award-Winner Giorgio Moroder ein neues Studioalbum unter der Mitwirkung von u.a. Sia, Britney Spears, Charli XCX und Kylie Minogue angekündigt, das bei RCA/Sony Music im Frühjahr 2015 auf den Markt kommen soll. Einen ersten Einblick gewährt der Meister bereits jetzt mit einem Videoclip zur ersten Single mit dem Titel „74 Is The New 24“.

Obwohl der gebürtige Südtiroler Giorgio Moroder, der seine Weltkarriere in München begann, behauptete, sich zurückziehen zu wollen, gehört sein Herz im Alter von 74 Jahren immer noch der Dance-Music und sagt: „Dance Music ist es egal, wo du lebst. Sie kümmert es nicht, wer deine Freunde sind. Es ist ihr gleichgültig, wieviel Geld du verdienst. Es spielt für sie keine Rolle, ob du 74 oder 24 bist, denn... 74 ist das neue 24!“

Bereits als 19-jähriger reiste er als Gitarrist und Bassist in einer Gala-Band durch ganz Europa, bevor er als Produzent bei der in Berlin ansässigen Hansa Musikproduktion anfing. Es war die Blütezeit des deutschen Schlagers und Moroder produzierte die Aufnahmen solch populärer Künstler wie Ricky Shayne (1966 „Ich sprenge alle Ketten“) und Michael Holm (1968 „Mendocino“). Im Jahr 1970 wurde seine Komposition „Arizona Man“ in einer deutschen Version von Mary Roos (CBS) zum Top-10-Hit.

1969 erzielte Giorgio Moroder seine erste Hit- Single als Interpret mit „Looky Looky“ (Hansa), die eine Goldene Schallpaltte für 500.000 verkaufte Einheiten erzielte. Es folgten die Chartsingles „Moody Trudy“ (1970), „Underdog“ (1971), „Son of My Father“ (1972) und „From Here To Eternity“ (1977), die alle mehrere Wochen in den Verkaufscharts notiert waren. Moroder gilt als der erste Produzent, der den Moog-Synthesizer einsetzte. In diesem Zusammenhang ist seine Komposition „Son of My Father“ besonders nennenswert, mit dem er seinen ersten Hit in den USA erzielte. Die deutsche Version „Nachts scheint die Sonne“, interpretiert von Michael Holm (Ariola), wurde zum unvergessenen Hit. Außerdem nahm die britische Gruppe Chicory Tip (CBS) den Songs auf und bescherte Moroder seinen ersten Nummer-1-Hit in England (1972).

Seinen ersten Oscar erhielt er für die „Beste Filmmusik“ des Jahres 1979 für „Midnight Express“. Die daraus hervorgegangene Single „The Chase“ (Casablanca Records) kam bis auf Rang 33 der US-Charts.

Seinen zweiten Oscar (plus Golden Globe Award) erhielt er für „What a Feeling“ als „Best Original Song“ aus dem Film „Flashdance“, interpretiert von Irene Cara. Für den Score zum Film erhielt er außerdem zwei Grammy Awards für „Best Original Score“ und „Best Instrumental Song“ für “Love Theme from Flashdance“.

Seinen drittten Oscar (sowie einen Golden Globe) erhielt Moroder 1986 für den Nummer- eins-Chart-Song „Take My Breath Away“ (Love Theme aus dem Film „Top Gun“), interpretiert von der Gruppe Berlin. Außerdem brachte der Film den von ihm produzierten Chart-Song „Danger Zone“ von Kenny Loggins hervor. Seinen dritten Grammy Award erhielt Moroder 1989 zusammen mit Donna Summer für „Best Dance Recording“ für „Carry On“.

Ab 1973 arbeitete Moroder mit dem in München ansässigen Engländer Pete Bellotte zusammen. Bei der deutschen Aufführung des Musicals „Hair“ entdeckten sie die Sängerin Donna Gaines, die eine Titelrolle sang. Unter dem Künstlernamen Donna Summer produzierten sie die Single „The Hostage“, die in Holland und Frankreich zum Hit wurde. 1975 erreicht die Folgesingle „Lady of the Night“ (GMG/Global Records) die deutschen Charts. 1976 kletterte die Aufnahme „Love To Love You Baby“ auf Rang 6 der deutschen Charts. Mit der 17-minütigen Version dieser Disco-Nummer, die in seinem Münchner Musicland Studio produziert wurde, eroberte Moroder den US- Markt. Die Single erreichte Platz 2 der „Billboard“- Charts und stellt den weltweiten Durchbruch der Sängerin dar. 1977 ist die bahnbrechende Single „I Feel Love“ - fließender Gesang, untermalt mit elektronischer Musik - erschienen, die hierzulande Platz 3 erreichte, in den US-Charts bis auf Rang 6 kam und ebenfalls Goldstatus erzielte.

Moroder erzählt: „Filmregisseur Alan Parker gefiel meine Produktin von ‚I Feel Love‘ und kam auf mich zu, ob ich nicht die Musik zu seinem neuen Film schreiben würde.“ So scheint es, dass Alles, was er anpackt, auf Anhieb gelingt und der erste Filmmusik-Oscar folgte.

1978 kletterte die Aufnahme „Last Dance“ (aus dem Film „Thank God It‘s Friday“) von Donna Summer auf Platz 3 der US-Charts und wurde mit Gold ausgezeichnet. Im September des gleichen Jahres rangierte „MacArthur Park“ auf Platz 1 (Goldstatus), gefolgt von „Heaven Knows“, gesungen mit der Gruppe Brooklyn Dreams, die Platz 4 der US-Charts kam und ebenfalls Goldstatus erreichte. 1978 holte Moroder den Komponisten und Arrangeur Harold Faltermeyer nach Los Angeles. Eine Zusammenarbeit, die sich als sehr fruchtbar erweisen sollte: Denn nicht nur das Album „Bad Girls“ erreichte Platz 1 (mit 26 Wochen Charts-Aufenthalt) und Platinstatus; gleich zwei der ausgekoppelten Singles, „Hot Stuff“ (geschrieben von Faltermeyer/Keith Forsey) und „Bad Girls“, führten auch wochenlang die US- Charts an und verkauften jeweils zwei Millionen Exemplare (Platinstatus). Im September 1979 kam die Aufnahme „Dim All the Lights“ auf Platz 2 (Goldstatus), gefolgt von dem Duett mit Barbra Streisand „No More Tears (Enough Is Enough)“, das Platz 1 der US-Charts und Goldstatus erreichte.

1980 ist Moroder nach Los Angeles ausgewandert, wo er weiterhin im Berich Filmmusik tätig war. Die Zusammenarbeit mit Donna Summer brachte noch zwei weitere Singles hervor: „On the Radio“ (Rang 5) und „The Wanderer“ (Rang 3). Insgesamt produzierte Giorgio Moroder neun Alben mit „The Queen of Disco“, die alle mindestens Top 30 in den US-Charts rangierten, inklusive drei Nummer-eins-Platinalben. Im August 1980 bleib die Aufnahme „Call Me“, interpriert von Blondie (Chrysalis), sechs Wochen lang auf Platz 1 der „Billboard“ Charts und erreichte Goldstatus. Auch für diesen Song aus dem Film „American Gigolo“ sowie für den Score wurde Moroder für einen Golden Globe nominiert. 1983 erhielt er ihn dann für den Song „What a Feeling“.

Für die Neuvertonung des legendären Fritz Lang- Stummfilms „Metropolis“ schrieb Moroder den Soundtrack. Der von Freddie Mercury interpretierte Song „Love Kills“ aus dem Film erreichte hierzulande 1984 die Top 20 der Charts. 1985 nahm er den Titelsong zum Film „The Never Ending Story“ mit Limahl (EMI) auf, der bis auf Rang 17 der US-Charts kam. Außerdem schrieb er die offiziellen Olympia-Songs (1984) „Reach Out“, interpretiert von Giorgio Moroder feat. Paul Engemann, und (1988) „Hand in Hand“ mit Koreana sowie den Fußball-WM-Song (1990) „Un‘este Italiana“, interpretiert von Edoardo Bennato & Gianna Nannini.

2013 widmete die Gruppe Daft Punk ihm das Lied „Giorgio by Moroder“, das aus seinen zusammen geschnittenen Zitaten besteht und verhalf dem Pionier der elektronischen Musik zu neuen Ehren. Ende Dezember 2014 wird Giorgio Moroder bei den Ibiza DJ Awards auftreten und beweist somit, dass „74 das neue 24 ist“.