Matthias Arfmann (geb. am 2. Juni 1964 in Bremen)
Kaspar „Tropf“ Wiens (geb. am 10. April 1976 in Hamburg)

Matthias Arfmann und Kaspar „Tropf“ Wiens
Matthias Arfmann und Kaspar „Tropf“ Wiens, die zusammen mit dem Künstler als Produzenten des Jan Delay-Albums „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ (Universal Music) verantwortlich zeichnen, wurden für den Echo-Preis in der Kategorie „Erfolgreichster Produzent“ nominiert. Jan Delay gewann den Echo-Preis der deutschen Schallplattenindustrie in den Kategorien „Bester Künstler National HipHop/Urban“ und wurde mit dem Echo- Kritikerpreis ausgezeichnet.

Im August 2009 erreichte das Album Platz 1 der Media-Control-Charts, blieb insgesamt 26 Wochen in den Verkaufslisten notiert und erzielte Platin- in Deutschland sowie Goldstatus in Österreich und der Schweiz. Die daraus ausgekoppelte Single „Oh Jonny“ kletterte auf Rang 6 und war 15 Wochen in den Charts gelistet. Im Jahr 2006 erzielten die beiden Produzenten bereits eine Nummer-eins- Chartplatzierung mit dem ebenfalls gemeinsam produzierten Vorgängeralbum „Mercedes Dance“ von Jan Delay, das insgesamt 47 Wochen in den Charts vertreten war und hier zu Lande mit Platin sowie mit Gold in Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

Im Laufe seiner Karriere arbeitete Arfmann mit Blumfeld, Patrice, Beatsteaks, Onejiru, Cora E., Die Goldenen Zitronen, Fischmob und schrieb jüngst einen Song für das aktuelle Album von Silbermond.

Nach dem Abitur studierte Matthias Arfmann Umweltpolitik. Bereits 1983 gründete er die Punk-Rock-Gruppe Kastrierte Philosophen zusammen mit seiner früheren Lebenspartnerin Katrin Achinger und ließ das Studium sausen. Bis 1997 hat die Gruppe dreizehn Alben bei Indie-Firmen veröffentlicht und war europaweit auf Tour. Während dieser Zeit begann er, die Alben seiner Band sowie von anderen Gruppen zu produzieren und gründete das Knochenhaus Studio im Hamburger Stadtteil St. Pauli. Mit der 1998 erschienenen Vorabsingle „Liebeslied“ der Gruppe Absolute Beginner, die Platz 11 der offiziellen Charts und achtzehn Wochen dort vertreten war, kam der große Durchbruch für das Trio, der den weiteren Erfolg einläutete. Das von Arfmann mit der Gruppe produzierte Album „Bambule“ (Buback Records), das 1999 bis auf Rang 12 kam und 61 Wochen in den Charts vertreten war, erreichte Goldstatus in D/A/CH, brachte insgesamt fünf Chart- Singles hervor und den Produzenten ihre erste Echo-Nominierung ein.

Die Zusammenarbeit mit Jan Delay und Matthias Arfmann begann bereits im Jahre 2000, als dieser das Album „Searching for Jan - Soul Rebels“ produzierte, das 2001 bis auf Rang 12 kam und zehn Wochen in den Charts notiert blieb. Die von Arfmann und dem Künstler produzierte Coverversion von „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ von Jan Delay war die erste Singleauskopplung aus dem von Herbert Grönemeyer initiierte „Pop 2000“ Projektalbum. Die Single verkaufte 7000.000 Einheiten und erreichte Platinstatus in Deutschland und Österreich.

Außer Underground, Punk-Rock und HipHop produzierte Arfmann seit 1992 fünf Dub- Alben unter dem Seriennamen „Turtle Bay Country Club“, die zuletzt bei Island/Mercury erschienen sind und nach seinem neuen, in einem Apfelspeicher eingerichteten Tonstudio benannt wurden. Mit dem Sänger Patrice (Yo Mama Records) produzierte er das Album „Ancient Spirit“ - das hierzulande auf Rang 84 kam - jedoch vorallem in Frankreich große Beachtung fand. Matthias Arfmann erzählt, „Über Nacht war Patrice 2001 europaweit erfolgreich und Produzenten wie Wycleff Jean rannten uns hinterher. Das war ein tolles Gefühl.“

Laut eigenen Angaben war die bisher größte Herausforderung seiner Karriere das Album „Recomposed by Matthias Arfmannn“ (Deutsche Grammophon), das Bearbeitungen und Neuinterpretationen von älteren Orchesteraufnahmen mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Herbert von Karajan zur Grundlage hat. Dazu Arfmann: „Die Aufgabe war, aus einem 45 Minuten Klassikwerk die Essenz heraus zu filtern und einen Drei-Minuten-Pop-Song mit neuen Elementen zu arrangieren. Da ich nie Kompositionslehre noch das Arrangieren erlernt habe, war das für mich ‚The big Rock n Roll Swindle‘. Ich habe es nur nach Gefühl gemacht.“ Dies spricht wiederum für ihn, sowie für seine Tätigkeit als Filmmusikschreiber. „Mein Steckenpferd ist es, Filmmusik zuschreiben - ich liebe es, auf die Dramaturgie des Films einzugehen und zu fühlen, wie die Musik fließt“, erzählt der vielseitiger Musiker.

Derzeit genießt er die - wie er es nennt - „Tsunami“-Welle des Erfolgs mit Jan Delay, für den Arfmann außerdem noch das Management übernommen hat und sagt: „Wenn der Trubel vorbei ist, möchte ich zurück zur Natur, vorerst z.B. Forellen züchten und weiter Filmmusik machen und wünsche mir, dass mir das Glück weiterhin hold ist.“

Die Wege von Matthias Arfmann und Kaspar Wiens kreuzten sich im Jahre 2000. Zuvor hatte Kaspar „Tropf“ Wiens, parallel zum Abitur und Zivildienst, bereits Demoaufnahmen in seiner Kellerwohnung (genannt Eimsbush Basement Studio) aufgenommen. 1997 arbeitete er ein halbes Jahr in der Tonabteilung des renommierten Hamburger Thalia-Theaters und erlernte dort die Tontechnik mit allen Feinheiten der Kunst. Zu dem Zeitpunkt war er auch Mitglied der Gruppe Dynamite Deluxe, die aus DJ Dynamite und Samy Deluxe bestand und Kaspar Wiens als Live-Engineer hinzu kam. Es dauerte nicht lange, bevor sie gemeinsam Songs für die Gruppe schrieben und das erste Demotape fertiggestellt wurde, das auf dem Eimsbush-Label von Tim Beam veröffentlicht und bei ihren Bandauftritten verkauft wurde. Nachdem sie davon 10.000 MCs an ihre Fans verkauft hatten, haben sie später ein Erstlingswerk für EMI Music aufgenommen.

Das erste von Kaspar „Tropf“ Wiens produzierte Dynamite Deluxe-Album „Deluxe Soundsystem“ (EMI) erreichte im Jahr 2000 Platz 4 und blieb 21 Wochen in den Charts notiert. Daraus sind die Chartsingles „Ladies & Gentlemen“ und „Wie Jetzt“ hervorgegangen.
In dem Jahr wurde die Gruppe mit einem Echo-Preis geehrt. Das 2008 erschienene Folgealbum „TNT“ erreichte Rang 5 und einen vierwöchigen Chartsaufenthalt.

2000 begann die Zusammenarbeit mit Matthias Arfmann und Jan Delay, bei der er das Album „Mercedes Dance“ co-produzierte und auch das Live-Album aufnahm. Nach Auflösung von Dynamite Deluxe, produzierte und schrieb Tropf weiter für den Solokünstler Samy Deluxe, dessen selbstbetiteltes Album im Mai 2001 Platz 2 erklomm und 31 Wochen in den Charts vertreten war. Hierfür erhielt Samy Deluxe den MTV Music Award als „Bester Künstler National“. In dieser Zeit richtete er das eigene Tropfsteinhöhle Studio ein, das später nach einem Umzug La Boom Studio hieß.

2003 mischte Tropf das Absolute Beginner- Album „Blast Action Heroes“ und das darauf folgende Soloprojekt von Denyo. Er produzierte den Sampler „Hamburgs Finest“ (Deluxe Records) und war sowohl im Studio als auch bei der Live-Tour am Mischpult. Außerdem zeichnet Tropf verantworlich für den Sound bei den Live-Shows von Jan Delay. 2001 produzierte er die Top-30-Chartsingle „Türlich, türlich“ mit Das Bo (Yo Mama Records), das neun Wochen in den Charts notiert blieb.

Kaspar „Tropf“ Wiens ist sowohl als Produzent und Mixer im Studio, als auch auf der Live-Bühne am Mischpult tätig und findet, dass dies „ein schöner Ausgleich“ ist. Im Laufe seiner Karriere arbeitete er außerdem mit Kool Savas, Patrice, D-Flame und La Boom. Abschließend erzählt Zählt Tropf: „Zukunftspläne beinhalten den Bau eines Tonstudios. Es war schon immer mein Bestreben, ein eigenes Studio zu haben, damit wir unabhängig sind und uns für eine Produktion solange Zeit nehmen können, wie wir wollen - ohne Rücksicht auf irgendwelche Budgets und keinem Zeitdruck ausgesetzt sind.“ Desweiteren möchte er für andere Künstler Songs schreiben und produzieren und Newcomer fördern. Außerdem ist ein neues Beginner-Album in der Planung.