Michael Dörfler (Foto: Jenny Gand)

Michael Dörfler
Das von Michael Dörfler mit acht Tracks zum größten Teil produzierte Album "Kennzeichen D" von Thomas D ist auf Rang 6 der Media-Control-Charts eingestiegen. Außerdem schrieb und produzierte er die Singleauskopplung "Get on Board". Die Single sowie das Album sind auf dem von Thomas D gegründeten Label One Artist im Vertrieb von Universal Music erschienen.

Im Laufe seiner Karriere hat Michael Dörfler mit solch namhaften Künstlern wie Rainhard Fendrich, Georg Danzer, Stephan Maass, Dieter Kolbeck, Count Basic-Mastermind Peter Legat, Andy Baum, Willi Resetarits und Sabina Hank u.a. entweder als Sounddesigner, Tontechniker oder Produzent gearbeitet.

Unter dem Produzentennamen Tripboxer hat er sich inzwischen einen Namen als Musik-Arrangeur und musikalischer Sounddesigner sowie als Live-Elektronics Artist gemacht. Dazu Dörfler: "In den letzten fünfzehn bis zwanzig Jahren sind sehr viele elektronische Geräte auf den Markt gekommen, mit denen man Musik machen kann, aber die hauptsächlich für das Studio gedacht waren. Da habe ich mir sehr früh darüber Gedanken gemacht, wie man solche Studiogeräte live auf der Bühne einsetzen kann und trotzdem das Band-Feeling erhalten bleibt. Das bedeutet, dass man nicht nur ein Playback hat, sondern mit den anderen Musikern interagieren kann. Über einen Multi-Touch-Screen kann ich eine Software steuern, die im Hintergrund läuft. Dadurch habe ich so viel Interaktionsmöglichkeiten, dass ich das wie ein Musikinstrument spielen kann und bin somit Bestandteil der Band."

2002 rief Dörfler gemeinsam mit Paul Pluesch (strangecat-records, vsl), Lex Machat (zweitfrau) und Florian Macheck (wild cowboys) die Studio-Community 912 in Wien ins Leben. Dazu gehört sein Tripbox Studio. Analog dazu gibt es die von Thomas D gegründete Künstlerkommune M.A.R.S. (Moderne Anstalt Rigoroser Spakker) - was in etwa so viel heißt wie "Querdenker", "Spinner" - in der Vulkaneifel bei Köln mit Bertil Marks Haus Erika-Studio, wo auch große Teile des Thomas D-Albums entstanden sind.

Als Michael Dörfler im Alter von 4 Jahren sein erstes Kinderschlagzeug erfolgreich zu Kleinholz verarbeitet, ist die Erleichterung in der Familie groß und es wird beschlossen, dass künftig nur mehr Instrumente angeschafft werden sollen, die sich auch in Zimmerlautstärke spielen lassen. Das jähe Ende der Schlagzeuger-Karriere ist besiegelt und die väterliche Wandergitarre wird in Beschlag genommen. Als 10-jähriger beschließt er, dass es wohl ausreichen müsste "Yesterday" auf der Gitarre zupfen zu können um der örtlichen Schulband beizutreten. Die Verwunderung der 17-jährigen Bandkollegen ist groß, aber "Yesterday" kommt beim Abschlussball zur Aufführung und der erste Bühnenauftritt ist gemeistert.

Es folgen einige Schülerbands, diesmal aber mit Gleichaltrigen. Die akustische Schulgitarre ist mittlerweile schon gegen die erste E-Gitarre ausgetauscht worden. Zu dieser Zeit findet auch die erste Begegnung mit Andreas Petrovic statt, der für einige Jahre Michael Dörflers musikalischer Weggefährte wird. Die Band Hats wird gegründet, mit der auch erste
Erfahrungen im Studio gesammelt werden. Nach den ersten Sessions in diversen Tonstudios ist er so begeistert, dass er kurzerhand die Ausbildung am Wiener Prayner-Konservatorium (Gitarre und Arrangement) knapp vor Abschluss abbricht und eine Tontechnikerausbildung an der School of Audio Engineering (SAE) beginnt. Nach der Ausbildung arbeitet er als freier Tontechniker und Musiker auch beim österreichischen Fernsehen (ORF). Als Vortragender kehrt er aber immer wieder zum SAE-Institut zurück.

1996 verbringt er einige Zeit in Kasachstan, um dort beim staatlichen Fernseh- und Radiosender Aufnahmen zu leiten und die kasachischen Tonmeister auf die neu erworbene Neve-Studiokonsole einzuschulen. Sowohl die spannende Arbeit mit dem kasachischen Sinfonieorchester, der Rundfunk-Bigband, den zahlreichen Folkloremusikern und Chören
aber auch die Begegnung mit der kasachischen Kultur und den besonders herzlichen Menschen in diesem Land machen diesen Aufenthalt zu einem prägendem Erlebnis.

Wieder zurück in Wien wird ihm die Schulleitung am Wiener SAE-Institut angeboten. Nach kurzer Überlegung sagt er zu und ist für die nächsten drei Jahre voll und ganz mit diesem Job ausgelastet. Da in dieser Zeit aber alle musikalischen Tätigkeiten zum Erliegen kommen, gibt er Anfang 2000 die Schulleitung wieder ab, unterrichtet aber für kurze Zeit noch am New Yorker und Wiener SAE-Institut.

Es folgt ein Jahr in dem sich zahlreiche neue Ideen entwickeln. Um einen gemeinsamen Namen für alle Projekte zu haben wird die Arbeitsplattform Tripbox gegründet und als erstes Projekt die Formation Tripbox Allstars ins Leben gerufen. Gemeinsam mit Paul Pluesh (keys), dem kubanischen Bassisten Ivan Ruiz-Machado und Bandmanager Ingo
"Magik" Katholnig spielt er zahlreiche Konzerte und die Allstars verbringen mehrere Wochen gemeinsam in Barcelona. Für seine Produktionen verwendet er zu dieser Zeit immer häufiger das Pseudonym Tripboxer.

Als die Studio-Community 912-Studios 2002 ins Leben gerufen wurde, wurden ehemalige Schulräume zu drei Tonstudios (tripbox, overall und wild cowboys) und einem Grafikbüro umgebaut. Die Video- und Grafikspezialisten von Superplus beziehen das letzte freie Büro. Damit ist die 912-Community komplett und bis heute Tripboxers Homebase in Wien.

In den folgenden Jahren arbeitet Tripboxer mit den bereits erwähnten namhaften Künstlern zusammen. Mit Team Legat, Hmmzz, Zabine, Niddl und Monika Ballwein spielt er als Live-Electronics-Artist auf der Bühne. Als Musik-Arrangeur und musikalischer Sounddesigner arbeitet er bei einigen Produktionen am Wiener Burgtheater und Akademietheater mit
Regiseurin Andrea Breth und Komponist Bert Wrede.

So entstehen immer wieder neue Songs, wie zum Beispiel "Aber Nice" (Kalle) und "So Schoen"(Tina). Kalles Mitbewohner Catho asf dem M.A.R.S. schickt "Aber Nice", der ursprünglich eher als Spaß-Song gedacht war, heimlich zu Stefan Raab, der Song und Sänger aber so originell findet, dass Kalle in weiterer Folge bei der Fernsehshow TV-Total und beim Bundesvision Song Contest 2006 auftritt.

Beim Bundesvision Song Contest Finale in Berlin ist Tripboxer als Gitarrist mit dabei. Hier erzählt ihm Thomas D von der Idee eines neuen Solo-Albums und schlägt auch gleich vor, bei nächster Gelegenheit gemeinsam an einem Song dafür zu arbeiten. Im Frühjahr 2007 wird der Plan in die Tat umgesetzt und innerhalb einer Nacht und des darauffolgenden Tages entsteht "Get on Board". In weiterer Folge entwickelt sich eine intensive Zusammenarbeit und Tripboxer verbringt in dieser Zeit etliche Monate auf dem M.A.R.S.

Im November und Dezember befindet sich Michael Dörfler auf Tournee mit Thomas D als Live-Elektronics-Künstler und Keyboarder. Danach stehen schon weitere Produktionen und Live-Projekte mit Team Legat, Stephan Maass, Pete Wrba, Pacheco und natürlich eine weitere Zusammenarbeit mit Thomas D an. Auch ein Solo-Album von Michael Dörfler ist bereits in Arbeit. Als nächstes Wunschziel hat er sich vorgenommen, sich verstärkt mit Filmmusik zu beschäftigen.